38 Songs für Japan – das Benefizalbum

Songs for Japan

Songs for Japan

Sinn und Zweck von Benefiz-Alben sind in der Regel ebenso fragwürdig wie der Nutzen von Benefiz-Alben, weshalb ich solche Alben eigentlich aus Prinzip nicht kaufe, egal wie gut die betroffenen Künstler es meinen oder besser: Weil diese Gutmeinerei eher Selbstpromotionszwecken dient. Zumal es im Anbetracht der Milliardenschäden wohl eher ein Zeichen guten Willens denn eine Geste echter Hilfe ist, 10 Euro für ein Benefiz-Album auszugeben, auf den – natürlich – auch U2 mit Vollzeit-Gutmensch Bono vertreten ist.

Wer hingegen glaubt, er könne durch den Kauf von Popmusik Menschen helfen, kann sich einmal den iTunes-Sampler “Songs for Japan” anschauen. 38 Songs, darunter neben einigen Perlen auch Titel von ganz schlimmen Interpreten wie Justin Bieber, Lady Gaga, Enya und Katy Perry, warten darauf, von gutmeinenden und masochistischen Zeitgenossen für 9,99 Euro gekauft zu werden, von denen allerdings nur 7,04 Euro tatsächlich an Japan gehen, weil Apple natürlich kräftig mitverdient – wir von Gizlog übrigens auch, wenn Ihr auf den Link klickt und das Album kauft, es ist ein Promo-Link.

Viel wichtiger ist allerdings der Spendenlink für das japanische Rote Kreuz, der sich ebenfalls auf der Verkaufsseite versteckt: Wer möchte, kann hier per Banküberweisung Geld für die derzeit arg gebeutelten Japaner locker machen – ohne sich dabei gehör- und hirnschädigenden Chartspop antun zu müssen. Noch komfortabler geht es über eine Spende an das amerikanische Rote Kreuz direkt per iTunes-Account.

Ich habe das Album entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten gekauft. Warum? Weil ich ein Freund von Spenden mit Gegenwert bin. Auf diese Weise habe ich nicht das Gefühl, mich mit der Zahlung einer Geldsumme von Mitgefühl und Gewissen freikaufen zu können oder sogar ein Opfer gebracht zu haben. Ich habe einfach konsumiert und das Geld geht zufällig auch an die Oper der Naturkatastrophe in Japan und ich muss mich nicht wie einer dieser Gutmenschen fühlen, der Bono-Geldof-mässig auf jeder Cocktailparty verkündet, wie schön steuerrelevant er mit seinen 10 Euro Spende den japanischen Erdbebenopfern geholfen hat…

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