Folgender Test war für Print gedacht, ist aber übrig geblieben – daher mögen mir Wir-Version und teils etwas knappe Fassung verziehen werden, Print-Zeichen sind nunmal begrenzt …

Nicht wirklich modern oder schick, aber einfach und intuitiv zu bedienen - die Programm-GUI ist durchaus in Ordnung
Der letzte Schnee ist geschmolzen, Frost nur noch eine Seltenheit und auch die ersten Osterglocken sprießen – ganz klar, es ist Frühjahr, die Gartensaison beginnt. Genau die richtige Zeit, sich an einem kühlen, verregneten Wochenende mit einem Gartenplaner auf die Sonne vorzubereiten. Wir haben uns für den Test dieses mal eine sehr günstige Variante ausgesucht, das 15 Euro günstige 3D Garten Planer Pro von Franzis (hierzu bitte das “witzige” Update am Ende beachten …).

Ähhh, bitte? Licht und Spiegelungen sind in der bestmöglichen Rendering-Einstellung OK, Texturen und Gesamtbild aber eher ein Witz - von den schwarz hinterlegten Objekten ganz zu schweigen.
Natürlich handelt es sich dabei, wie in der Software-Branche mittlerweile leider sehr üblich, nicht um ein Franzis-Produkt, sondern um den TurboFloorplan Garten- und Landchschaftsarchitekt von Imsi. Dies macht sich gleich bei der Inbetriebnahmen negativ bemerktbar: Bei dem günstigen Preis erlauben wir uns den Luxus, das Programm ganz reguläre über den Franzis-Shop als Download zu erwerben, um auch gleich den Bestellprozess mit zu bewerten, an dem es nichts auszusetzen gibt, Bezahl- und Sicherheitsoptionen sowie Download-Geschwindigkeit stimmen. Allerdings muss das Produkt nach der Installation bei Imsi aktiviert werden – es erheben also gleich zwei Firmen Daten! Nach dem Start zeigt sich das Programm so, wie man es von 3D-Haus-, Garten- und Wohnungsplanern kennt: Nüchtern und die CAD-Herkunft lässt sich nicht verleugnen, so bleibt die Oberfläche sehr spröde. Das macht aber nichts, denn sofort zeigt sich eine große Stärke, nämlich die Usability, die sofort intuitives Arbeiten erlaubt. Sie wählen schlicht aus, was Sie bauen wollen, vom Zaun über Häuser und Terrassen bis hin zu Blumen, Vogelhäuschen und sonstigen Accessoires, und zeichnen es in die Arbeitsfläche. Per Rechtsklick lassen sich dann die Eigenschaften der Objekte (Farbe, Größe, etc.) anpassen und schon ist Ihr Garten fertig. Erfahrung mit 3D- oder gar CAD-Programmen benötigen Sie nicht, selbst PC-Neulinge dürften nach wenigen Minuten zurecht kommen – auch ohne das sehr gute Offline-Handbuch. Natürlich gesellen sich allerhand Optionen dazu, um den Workflow vernünftig anzupassen, beispielsweise unterschiedliche Maßeinheiten, farblich anpassbare Menüs oder visuelle Hilfen zum Bauen und Platzieren. Für Power-User sind diese Einstellungen sehr praktisch, Einsteiger können erfreulicherweise nahezu komplett auf Anpassungen verzichten. Lediglich die automatischen Sicherungen sollten Sie vom 30-Minuten-Standard auf rund zehn Minuten runtersetzen, denn eine halbe Stunde verlorener Arbeit ist doch arg viel.

Die Bibliothek ist umfangreich und schön einfach gehalten - Bepflanzen, Terra-Forming, Ausschmücken und Bebauen machen wirklich Spaß
Neben der Usability gefällt im Test auch der Funktionsumfang auf Anhieb: Neben den 7.500 Objekten in der Datenbank (Pflanzen, Zäune, Möbel, Tiere, Beleuchtung, Bewässerung etc.), die eine sehr aussagekräftige Gestaltung erlauben, stehen auch Werkzeuge zur Verfügung, um Gewässer, Wege, Gräben und Hügel/Täler zu integrieren. Einziges Manko: Die 2D- und 3D-Ansichten zeigen im Programm alle kein wirklich hübsches Bild vom Traumgarten, eher eine Pixelfantasie aus ferner Zeit. Macht aber auch nichts, dafür läuft der Planer fix und hübsch werden soll es schließlich beim Rendern, wenn Sie also eine bestimmte Ansicht/Perspektive “fotorealistisch” festhalten. Und genau hier ärgert uns das Programm im Test massiv: Zum einen werden viele Objekte (Blumen) nicht freigestellt gerendert, sondern mit einem schwarzen Hintergrund. Aber selbst wenn man diesen Fehler nicht erzeugt – das gerenderte Bild ist qualitativ ein Witz. Licht und Spiegelungen sehen hervorragend aus, aber Texturen etwa von Baumkronen sowie der Gesamteindruck lassen uns doch etwas erschauern. Da macht es auch nichts, dass das Programm nur minimale Rechnerressourcen nutzt und die Renderei entsprechend langwierig ist. Nach ausfürhlichem Test können wir den Garten Planer Pro empfehlen, wenn Sie keine Inspiration suchen, sondern realistische Materiallisten erstellen oder einen sehr, sehr groben Eindruck vom Garten bekommen wollen. Der Spaßfaktor war den Entwicklern sicherlich kein Anliegen, was gut für ein Profi-CAD-Tool ist, für uns Privatnutzer aber sehr bedauerlich. Und das schlechte Render-Ergebnis unserer Test-Session führt sogar zur Abwertung der Gesamtnote um eine Note.
Funktionalität (40%): 3
Usability (40%): 3
Performance (20%): 2
Gesamt: ausreichend (3,8)
Preis/Leistung: gut ausreichend
“Witziges” Update: Wir haben das Tool mit der ISBN 978-3-645-30531-0 am 3. März für 15 Euro gekauft. Heute am 3. April kostet der Garten Planer Pro mit selbiger ISBN satte 24,99 mit einem angegebenen “alten” Preis von 29,99! Was das für das Preis-Leistungs-Verhältnis bedeutet sieht man oben, und darüber hinaus – nun …
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